Lachen noch erlaubt?!

Lachen und Humor in sorgenvollen Zeiten

 

Ist es angemessen, in einer so schwierigen Zeit über Lachen zu schreiben? Vielen von uns ist nicht zum Lachen zumute und  nach anfänglicher Zuversicht geht Manchem allmählich die Idee aus, wie wir unser Leben trotz Pandemie zu Hause wohltuend gestalten können. Und vielleicht verschwindet mehr und mehr etwas, was gerade jetzt besonders hilfreich sein könnte: Unser Humor, unser Lachen.

 

Nach aktuellem Wissensstand baut Lachen Stress ab, genauso wie Bewegung und Vieles mehr. Lachen regt unseren Kreislauf an, Glückshormone werden ausgeschüttet. Unser Zwerchfell wird gelockert, die Atmung vertieft sich. Wir werden abgelenkt von sorgenvollen Gedanken. Viele haben es selbst schon erlebt, wie entlastend Humor und Lachen wirken kann.

Also ist es in einer belasteten Zeit wie dieser, ganz besonders wichtig im Sinne guter Selbstfürsorge, Lachinseln, Momente der Heiterkeit in unseren Alltag einzubauen.

 

Was, wenn uns das Lachen im Hals stecken bleibt?

Dann kann es gut sein, genau das so zu benennen: Heute ist für mich kein Tag zum Lachen.  Es ist mir bewusst, dass ich mich gerade belastet fühle, dass mir Heiterkeit fehlt. Das ist in Krisenzeiten normal. Aber im Vermissen bleibt die Heiterkeit als gesunde Verhaltensoption bestehen. Sie verschwindet nicht unbemerkt, indem mehr und mehr Schwere Raum in uns einnimmt.. 

Auch wenn ich heute nicht lachen kann, kann ich mir vorstellen, dass es morgen vielleicht - und wenn auch nur ein kleines bisschen - wieder möglich sein könnte.  Und wenn es dann wieder möglich wäre, was wäre es, was mich erheitern würde? Dann wäre es doch lohnenswert jetzt darüber nachzudenken:

Worüber konnten Sie schon einmal am besten lachen? Was finden Sie lustig?

Es kann hilfreich sein, eine Datei anzulegen, auf die wir zurückgreifen können, wenn wir unsere Stimmung trotz aller Bedrückung verändern wollen, uns zwischendurch nach Ablenkung sehnen. Dann können wir, selbst wenn wir gar keine Lust mehr haben zu lachen, schnell etwas vorfinden, was uns erheitert:

Einen lustigen Film , eine lustige Geschichte zum Lesen oder Vorlesen , Musik, ein Spiel , einen Witz  oder Ideen für einen kleinen Scherz – ganz besonders im April. Seien Sie neugierig, was Ihnen dazu einfallen wird.


Humor eröffnet neue Perspektiven, wir gewinnen Distanz zu unseren Sorgen und soziale Verbundenheit

Deshalb ist Humor als Ausdrucksmöglichkeit unserer Gedanken- und Gefühlswelt sehr ernst zu nehmen. Herzhaftes Lachen und Humor erfordern ein vertrauensvolles Umfeld, eine Übereinkunft, dass andere Regeln als üblich gelten, dass Grenzen angemessen überschritten werden dürfen, so dass Unerwartetes überraschen und verblüffen kann. So können rigide Muster unterbrochen werden. Lachen kann manchen Konflikt schneller entschärfen als viele Worte, weil wir damit schneller in eine lösungsorientierte Haltung finden. Das kann sehr befreiend wirken. Lachen ist wie eine kleine Sorgen-Auszeit. Dahinter steht eine Lebenshaltung, die  einen spielerischen Umgang mit Gedanken, Gefühlen, Bildern, mit unserer Selbst- und Fremdsicht lächelnd erlaubt.

 

Aber Vorsicht: Lachen wirkt ansteckend!  Über Spiegelneurone imitieren wir das Gesicht unseres Gegenübers und falls es kein Gegenüber gibt, können wir uns einfach selbst im Spiegel anlachen. Das kann besonders lustig sein:).

Das Beste daran ist, dass wir herzhaft lachend uns und unseren Mitmenschen etwas Gutes tun und unser Immunsystem stärken!

 

Mit herzlichen Grüßen

Ulrike Arras